Bündnis veröffentlicht Forderungspapier zur Abgeordnetenhauswahl 2026
Berlin, 21.05.26.: Die ökologische und soziale Energie- und Wärmewende wird in der nächsten Legislatur einen Schwerpunkt der Berliner Politik bilden. Sie bietet Chancen auf saubere Luft, bezahlbare Wärme und eine lebenswertere Stadt – wenn die politischen Weichen jetzt richtig gestellt werden.
Das Bündnis Berlin Erneuerbar hat dazu Vorschläge formuliert, wie die Hauptstadt ihre Klimaverpflichtungen im Gebäudesektor einhalten und gleichzeitig Energiearmut verhindern kann. Mitglieder des Bündnisses sind unter anderem Fridays for Future Berlin, BUND Berlin, Greenpeace Berlin, PowerShift, Gesellschaft für Klima und Demokratie, xberg klimaneutral und der Berliner Energietisch. Mitgetragen werden die Forderungen dazu vom Landesverband der UmweltberaterInnen in Berlin und Brandenburg.
Zunächst braucht Berlin ein neues Energie- und Klimaschutzprogramm, das für die Umsetzungsperiode 2027-2032 wieder in einem zivilgesellschaftlichen partizipativen Prozess entwickelt und auf dieser Grundlage schnellstmöglich vom Abgeordnetenhaus verbindlich beschlossen wird.
In der Fernwärme sei der Einsatz großer Mengen von Holz, Abfall oder Wasserstoff weder ökologisch noch sozial sinnvoll, erklärt das Bündnis. Die Verbrennung wertvoller und auch künftig knapper Rohstoffe treibe die Wärmepreise weiter nach oben. Berlin Erneuerbar fordert deshalb, dass keine weiteren Holzkraftwerke gebaut werden und der Einsatz der bestehenden auf ein Minimum (Winterbetrieb und Spitzenlast) begrenzt wird. Eine Ausweitung des Fernwärmenetzes dürfe zudem nur erfolgen, wenn dafür zusätzliche verbrennungsfreie erneuerbare Energien genutzt werden können.
Stattdessen schlägt das Bündnis einen konsequenten Ausbau verbrennungsfreier Wärmequellen vor. Eine zentrale Rolle spielten dabei Kalte Nahwärmenetze. Letztere könnten große Teile Berlins effizient und langfristig kostensicher mit Wärme und Kälte versorgen. Berlin muss dafür eine ausreichend ausgestattete, langfristig gesicherte Förderung aufsetzen, orientiert am Bürgerenergiefonds Schleswig-Holstein, und vor allem gemeinwohlorientierte und genossenschaftliche Bürgerenergie-Betreiber in den Blick nehmen.
Darüber hinaus fordert Berlin Erneuerbar mehr demokratische Beteiligung bei der Wärmewende. Gerade Mieter*innen haben bislang nur wenig Einfluss auf Entscheidungen über energetische Sanierungen und Wärmeversorgung. Um gute Mitbestimmung zu ermöglichen, schlägt das Bündnis unter anderem vor, bei den großen Wärmenetzbetreibern BEW, FHW Neukölln und BTB Klimabeiräte einzurichten, die zur fortlaufenden Dekarbonisierungsplanung beraten und darauf achten, dass Maßnahmen transparent, sozial gerecht und mehrheitsfähig sind.
Mit dem Forderungspapier richtet sich Berlin Erneuerbar an Parteien und Kandidierende zur Abgeordnetenhauswahl 2026. Das Bündnis fordert einen verbindlichen politischen Kurs für eine sozial gerechte und klimapolitisch konsequente Wärmewende. Dazu gehören unter anderem ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Wärmequellen, mehr demokratische Beteiligung bei der Wärmewende sowie ein besserer Schutz vor steigenden Heizkosten. Die aktuelle Wärmepolitik des Berliner Senats verfehlt diese Ziele krachend.
Das gesamte Forderungspapier finden Sie hier: https://www.berlinerneuerbar.de/wp-content/uploads/2026/05/Forderungen-zur-Wahl-2026.pdf
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:
Björn Obmann, Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V. +49 (0)171 1700 272
Neelke Wagner, PowerShift e.V. +49 (0)1575 2466 920
Über Berlin Erneuerbar
Berlin Erneuerbar ist ein Bündnis aus klimapolitisch aktiven Organisationen und Einzelpersonen in Berlin. Unter dem Namen „Kohleausstieg Berlin“ hat das Bündnis den vorgezogenen Kohleausstieg in Berlin mit erkämpft und setzt sich weiterhin für ein klimagerechtes Berlin ein.
